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Was ist Psychotherapie?

Ein Artikel in einfacher Sprache von Kassandra Ruhm
Veröffentlicht durch das Hessische Koordinationsbüro für behinderte Frauen im Mai 2003
Hier finden Sie den Artikel als pdf-Datei zum Download.
Inhaltsverzeichnis
Was ist Psychotherapie?

Schweigepflicht

Was macht man bei der Therapie?

    Psychoanalyse
    Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
    Verhaltenstherapie
    Gesprächstherapie
    Gestalttherapie
    Traumatherapie
    Musik, Malen und Tanzen
    Gruppentherapie
    Selbsthilfegruppen

Was ist das Ziel von der Therapie?

Wann man sich trifft

Wie wird die Therapie bezahlt?

Eine Therapeutin ist etwas anderes als eine Freundin.

Wie finde ich die richtige Therapeutin?

Schlechte Therapeutinnen

Es gibt unterschiedliche Probleme. Wo gibt es die richtige Hilfe?

Schwierige Worte

Über die Autorin und die Herausgeberin

 

Was ist Psychotherapie?


Wenn Sie Sorgen haben oder unglücklich sind, können Sie zu einer PsychoTherapeutin gehen.
Mit einer Psychotherapeutin können Sie über Probleme reden. Das nennt man Psychotherapie. Manchmal hört die PsychoTherapeutin einfach nur zu. Vielleicht muss man weinen und sie tröstet einen. Manchmal sucht man zusammen nach Lösungen.

Psychotherapie ist ein sehr schwieriges Wort.
Psycho ist ein anderes Wort für die Seele.
Therapie heißt Behandlung.
Psychotherapie ist eine Behandlung für die Seele.

Es soll also nicht an Ihrem Körper etwas behandelt werden. Sondern es soll ihrer Seele gut tun.

Manchmal sagt man statt Psychotherapeutin einfach Therapeutin, weil das kürzer ist. Zu Psychotherapie sagt man auch Therapie.

Eine Therapeutin ist eine Frau, die studiert hat, wie sie Menschen helfen kann, die Sorgen haben.

Die Frau, die zu einer Therapeutin hin geht, weil sie über ihre Probleme reden und Hilfe bekommen will, nennt man Klientin.

Manchmal werden Menschen wegen Sorgen und Angst sogar krank in der Seele. Dann ist es wichtig, dass sie nach Hilfe suchen. Sie können eine PsychoTherapeutin oder eine Ärztin nach Rat fragen.

Einer Therapeutin dürfen Sie alles erzählen.

Sie dürfen ihr auch Geheimnisse erzählen.

Es gibt Geheimnisse, die gute Gefühle machen. Das ist schön.
Es gibt aber auch Geheimnisse, die schlechte Gefühle machen. Die können Sie einer Therapeutin erzählen.

Vielleicht hat Ihnen jemand gesagt, dass etwas geheim ist und dass Sie es niemandem sagen dürfen. Weil sonst etwas Schlimmes passiert. Aber einer Therapeutin dürfen Sie das Geheimnis trotzdem erzählen. Das ist nicht "petzen"

Es geht einem oft besser, wenn man ein schlechtes Geheimnis einer Therapeutin oder einer anderen Person, der man vertraut, erzählt.

Schweigepflicht


Die Therapeutin darf nicht weitererzählen, was Sie ihr erzählt haben. Das nennt man "Schweigepflicht". Sie hat die Pflicht, zu schweigen.

Sie wird Ihren Eltern oder Freunden nicht verraten, was Sie erzählt haben. Ihren Arbeitskollegen oder Ihrem Chef oder irgendwelchen anderen Leuten auch nicht.

Es gibt eine Ausnahme:
Wenn die Therapeutin bei einem Problem nicht weiter weiß, kann sie mit einer anderen Therapeutin darüber reden. Oder wenn die Therapeutin etwas gehört hat, was ihr selber Sorgen macht. Aber auch die andere Therapeutin darf niemandem verraten, was Ihre Therapeutin gesagt hat, weil sie selber Schweigepflicht hat. Deshalb müssen Sie sich keine Sorgen darüber machen.
Wenn sich Therapeutinnen untereinander beraten, nennt man das "Supervision".

Was macht man bei der Therapie?


Meistens sitzt man mit der Therapeutin zusammen in ihrem Therapie-Zimmer und redet miteinander.

Vielleicht malt man auch etwas oder macht eine kleine Zeichnung. Weil es manchmal leichter ist, ein Bild darüber zu malen, als etwas mit Worten zu erzählen. So können die Klientin und die Therapeutin beide besser verstehen, was die Klientin fühlt.

Manchmal hat die Therapeutin Figuren, mit denen die Klientin ihr Geschichten von sich erzählen kann. Oder beide zusammen erfinden Geschichten.
Vielleicht hat sie Bilder, über die man gut sprechen kann. Und nachher hat man etwas über sich selbst erfahren.

Die Therapeutin soll der Klientin nicht Ratschläge geben.
Es geht nicht darum, dass die Therapeutin zu der Klientin sagt: "Das machen Sie falsch!". Oder "Sie müssen das so machen!".
Es geht darum, dass die Klientin selber über ihre Probleme und ihre Gefühle nachdenken kann. Dass jemand ihr zuhört und für sie da ist, wenn sie traurig ist.
Die Klientin kann von doofen oder traurigen Geschichten erzählen, die sie erlebt hat. Bei der Therapie wird nicht mit ihr geschimpft. Es ist in Ordnung, wenn sie weint und traurig ist. Oder wenn sie Fehler gemacht hat.

Die Klientin redet mehr als die Therapeutin. Die Therapeutin erzählt nicht von ihren eigenen Sorgen. Die ganze Zeit ist für die Gefühle von der Klientin da.

Vielleicht reden die beiden darüber, wie es war, als die Klientin ein Kind war. Wie ihre Familie war oder das Heim, in dem sie gelebt hat.

Vielleicht bringt die Therapeutin der Klientin bei, wie sie an gute Sachen denken kann. Damit sie weniger Angst hat und glücklicher wird.

Oder sie üben zusammen, wie sich die Klientin anders verhalten kann. Zum Beispiel, wie sie sich ihren Eltern oder andern Leuten gegenüber besser durchsetzen kann. Oder wie sie mehr schöne Sachen unternehmen kann und nicht so viel traurig in der Wohnung herum sitzt.

Es gibt verschiedene Sorten von Psychotherapie. Jede Therapeutin hat eine oder mehrere davon gelernt.
Wenn Sie mehr über die verschiedenen Sorten von Psychotherapie wissen wollen, klicken Sie auf die blauen Worte!

Die meisten Therapeutinnen machen eine Mischung aus mehreren Sorten von Psychotherapie. So können Sie aus jeder Sorte das Beste für ihre Klientin heraussuchen.

Es gibt noch andere Sorten von Therapie.

Die Therapeutin ändert nicht etwas an der Klientin oder an ihrem Leben oder macht sie glücklicher. Die Klientin muss sich oder ihr Leben selber ändern. Die Therapeutin will ihr nur dabei helfen. Aber arbeiten muss die Klientin selber.

Vielleicht wollen Sie zu einer Therapeutin gehen, damit sie macht, dass es ihnen nach 2 Treffen oder nach 5 Treffen wieder gut geht. Das wird sie nicht machen. Es ist unmöglich. Und es ist nicht die Aufgabe von der Therapeutin.

Therapie ist oft anstrengend.
Es kann sein, dass Sie traurig werden, weil sie bei der Therapie an traurige Geschichten denken, die Ihnen passiert sind.
Aber es tut auch gut.
Meistens geht es einem später besser, weil man Therapie gemacht hat. Man ist etwas glücklicher und hat weniger Angst.

Eine Therapeutin ist etwas anderes als eine Freundin


Wenn jemand Ihre Freundin ist, machen Sie beide zusammen schöne Sachen. Sie können sich besuchen oder sich gegenseitig zu Hause anrufen. Sie können sich unterhalten und sich gegenseitig von ihren Sorgen erzählen.

Eine Therapeutin ist etwas anderes als eine Freundin.

Eine Therapeutin besucht Sie nicht zu Hause. Auch nicht zum Geburtstag.
Sie kommen auch nicht in die Wohnung von der Therapeutin. Sie treffen sich nur in den Beratungsräumen. Die Beratungsräume sind der Arbeitsplatz der Therapeutin.
Sie ruft nicht zum Unterhalten zu Hause an. Nur manchmal, wenn man besprechen muss, wann man sich das nächste Mal trifft oder wenn ein Termin ausfällt.

Sie erzählen der Therapeutin von Ihren Sorgen. Die Therapeutin erzählt nicht von ihren Sorgen. Die ganze Zeit ist für Sie da.

Die Therapeutin trifft sich nicht mit Ihnen, weil sie Ihre Freundin ist. Sondern es ist ihr Beruf.
Zu einer Freundin müssen Sie nett sein, damit sie Sie mag und sich mit Ihnen verabreden will. Vielleicht erzählen Sie ihr nicht alle Sorgen, damit sie nicht zu traurig ist und keine Lust mehr hat, sich mit Ihnen zu treffen. Wenn Sie etwas Peinliches gemacht haben, verraten Sie es ihr vielleicht nicht, damit sie nicht schlecht von Ihnen denkt. Bei einer Therapeutin ist das anders. Sie können so viel schlimme oder peinliche Sachen erzählen, wie sie wollen. Sie müssen sich keine Sorgen machen, ob die Therapeutin traurig wird oder Sie blöd findet. Denn die Therapeutin ist für peinliche und schreckliche Sachen da.
Und sie wird es nicht weitererzählen.

Wenn Sie weinen, hält die Therapeutin vielleicht Ihre Hand, um sie zu trösten. Vielleicht nimmt sie Sie auch in den Arm. Aber nur, wenn Sie das wollen.

Zur Begrüßung oder zum Abschied nehmen Sie sich meistens nicht in den Arm. Das ist nicht üblich.
Ein Abschiedskuss ist auch nicht üblich.

Manchmal verliebt sich eine Klientin in ihre Therapeutin. Eine Therapeutin darf sich nicht in ihre Klientin verlieben. Sie darf keine Liebesbeziehung mit ihr haben. Das ist verboten.

Was ist das Ziel von der Therapie?


Am Anfang sprechen die Klientin und die Therapeutin darüber, warum die Klientin zur Therapie kommt.

Manchmal möchten andere Leute, dass sich die Klientin ändert. Deshalb sagen sie, dass sie zur Therapeutin gehen soll. Zum Beispiel wollen ihr Ehemann oder ihre Eltern oder die Mitarbeiter in ihrem Wohnheim, dass sie freundlicher wird. Vielleicht wollen sie auch, dass die Therapeutin die Klientin so "repariert", wie sie sie haben wollen. Das wird die Therapeutin aber nicht machen.

Das Ziel von der Therapie ist das, was die Klientin selber erreichen möchte.

Die Therapeutin wird die Probleme nicht für die Klientin lösen. Aber sie will ihr helfen, damit sie ihre Probleme besser selber lösen kann.

Es wird sich nur so viel ändern, wie die Klientin selber ändert.
Es wird nicht etwas an der Klientin geändert, was sie nicht ändern will.

Wenn die Therapeutin findet, die Klientin soll mutiger werden, aber die Klientin will das nicht, dann kann die Therapeutin sie nicht mutiger machen.

Vielleicht möchte die Klientin, dass sich andere Menschen ändern, die sie ärgern.
Die Therapeutin kann die andern Menschen nicht ändern. Sie kann nur mit der Klientin zusammen überlegen, was die Klientin selber ändern kann.

Vielleicht hat die Klientin ein bestimmtes Ziel.

Hier kommen 3 Beispiele für Ziele:

  • Eine Klientin möchte ausziehen. Aber sie hat Angst, dass sie es nicht schafft. Weil sie Streit mit ihren Eltern bekommt. Und weil sie Angst hat, wenn sie alleine übernachtet. Sie möchte, dass die Therapeutin sie unterstützt, damit sie mit dem Streit mit ihren Eltern besser zurecht kommt. Und damit sie besser alleine übernachten kann
  • Eine andere Klientin hat verschiedene Probleme. Sie ist oft traurig und hat Angst. Es geht Ihr besser, wenn sie mit jemandem über ihre Probleme reden kann. Sie möchte nichts an sich verändern. Die Therapeutin soll ihr zuhören und für sie da sein.
  • Jemand hat einer anderen Klientin sehr weh getan. Jetzt ist sie oft unglücklich. Sie muss immer wieder daran denken, was passiert ist. Ihr Ziel ist: Es soll ihr wieder besser gehen. Das wird nicht schnell gehen. Sie will mit der Therapeutin darüber reden, was passiert ist. Das kann ihr helfen.


Es gibt noch viele andere Ziele.

Was ist Ihr Ziel?

Wann man sich trifft


Wenn sich die Klientin und ihre Therapeutin treffen, nennt man ihre gemeinsame Zeit einen "Termin".

Ein Termin bei einer Therapeutin dauert 50 Minuten. Also etwas weniger als eine Stunde.


Das bedeutet:

Wenn der Termin um 15 Uhr nachmittags anfängt, hört er um 15.50 Uhr auf. Also 10 Minuten von 16 Uhr. Um 16 Uhr kommt die nächste Klientin.

Es ist wichtig, dass Sie rechtzeitig kommen.
Denn wenn die Zeit um ist, müssen Sie pünktlich Schluss machen. Kurz danach kommt schon die nächste Klientin.

Deshalb können Sie nicht länger machen, wenn Sie zu spät gekommen sind. Die Zeit, die Sie zu spät gekommen sind, ist verloren.

Wenn Sie zu einem verabredeten Termin nicht kommen können, müssen Sie rechtzeitig absagen. Spätestens einen Tag vorher. Sonst sitzt die Therapeutin da und wartet und kann nichts anderes machen in der Zeit.
Wenn Sie einfach nicht kommen oder zu spät absagen, muss die Therapeutin trotzdem ihren Lohn bekommen. Sie müssen das Geld dann selber bezahlen.

Wenn man die Therapie angefangen hat, geht man meistens jede Woche einmal hin.

Wenn es einem später besser geht, geht man vielleicht seltener hin. Wenn es dann wieder gut genug geworden ist, hört man mit der Therapie auf.

Es ist gar nicht leicht, etwas an sich zu verändern oder glücklicher zu werden. Deshalb dauert die Therapie vom Anfang bis zum Ende meistens lange. Zum Beispiel 1 oder 2 Jahre.

Wenn man nicht mehr zur Therapeutin hin gehen will, muss man das nicht machen. Therapie soll gut für die Klientin sein. Die Klientin soll nicht gezwungen oder überredet werden, zur Therapie zu gehen. Sie soll nur hin gehen, wenn sie das selber will.

Wenn man vielleicht nicht mehr zu der Therapeutin hin gehen will, ist es wichtig, dass man es der Therapeutin vorher sagt.

Wenigstens 1 Treffen vorher. Besser noch eher. Man kann darüber reden, ob die Therapeutin etwas anders machen soll. Oder vielleicht hat die Therapie schon soviel geholfen, dass es die richtige Zeit zum Aufhören ist.

Man hört nicht plötzlich mit der Therapie auf. Sondern das Ende von der Therapie dauert auch ein paar Treffen. Auch die Therapeutin wird Ihnen einige Zeit vorher Bescheid sagen, wenn sie mit der Therapie aufhören will.

Wie wird die Therapie bezahlt?


Die Therapeutin bekommt für die Termine mit der Klientin Geld. Das ist ihr Lohn.

Meistens wird dieses Geld von der Krankenkasse bezahlt.

Das ist genauso, wie bei einer Ärztin.
Wenn es Ihnen schlecht geht, gehen Sie zu einer Ärztin oder einem Arzt. Sie geben ihr die Krankenversicherungskarte. Dann bezahlt die Krankenkasse die Ärztin. Bei vielen Therapeutinnen ist es genauso.
Wenn eine Therapeutin von der Krankenkasse bezahlt wird, heißt das, sie ist "kassenzugelassen".

Es gibt aber auch einige gute Therapeutinnen, für die die Krankenkasse nicht bezahlt. Manche Frauen wollen trotzdem zu ihnen hin gehen. Sie bezahlen die Therapeutin entweder selber. Aber das ist sehr teuer. Oder vielleicht kann jemand anders dafür bezahlen?

Für Musik-Therapie, Tanz-Therapie, Kunst-Therapie und Psychodrama will die Krankenkasse leider auch nicht bezahlen. Man kann versuchen, ob die Krankenkasse diese Therapie ausnahmsweise doch bezahlt. Oder ob vielleicht jemand anders dafür bezahlen kann.

Manchmal hat eine behinderte Frau sehr viel Pech. Sie will Therapie machen und fragt die Therapeutinnen auf der Liste von der Krankenkasse. Aber keine Therapeutin will Therapie mit ihr machen. Diese Therapeutinnen sind nicht gut. Aber die behinderte Frau findet eine gute Therapeutin, für die die Krankenkasse eigentlich nicht bezahlt. Dann kann sie der Krankenkasse Druck machen, damit die Krankenkasse die gute Therapeutin trotzdem bezahlt.
Das ist schwierig, aber man kann es versuchen. Und zwar so:

  • Man sagt der Krankenkasse, dass keine von den Therapeutinnen auf der Liste für eine behinderte Frau arbeiten will.
  • Die Krankenkasse soll die Kassenärztliche Vereinigung fragen. Die Kassenärztliche Vereinigung soll sagen, welche Therapeutin für die behinderte Frau arbeitet.
  • Wenn die Kassenärztliche Vereinigung keine Therapeutin weiß, kann die Krankenkasse für eine Therapeutin bezahlen, die eigentlich nicht bezahlt wird. Denn die Krankenkasse muss dafür sorgen, dass alle, die Therapie brauchen, auch Therapie machen können. Egal ob sie behindert sind oder nicht.
  • Wenn Geld bezahlt wird für eine Therapeutin, für die die Krankenkasse eigentlich nicht bezahlt, heißt das "Kostenerstattung". Die Krankenkasse und die Kassenärztliche Vereinigung wollen das wahrscheinlich nicht.


Das Gesetz darüber heißt: §13, SGB 5, Abs. 3.

Oft kann man leichter eine Therapeutin finden, die gut für behinderte Frauen arbeitet, aber die eigentlich nicht von der Krankenkasse bezahlt wird. Dann lohnt es sich, die Krankenkasse zu zwingen, dass sie die Therapie trotzdem bezahlt. Auch wenn es schwierig ist.

Bitte erzählen Sie es dem Hessischen Koordinationsbüro für behinderte Frauen, wenn Sie die Krankenkasse zwingen konnten! Vielen Dank.
hkfb@paritaet-hessen.org

Auch das Sozialamt bezahlt manchmal für die Therapie. Ausnahmsweise.
Die Therapeutin muss schreiben, dass es wichtig ist, dass die Klientin Therapie macht. Und warum genau ihre Therapie die beste Therapie für die Klientin ist. Und dass niemand anders für die Therapie bezahlen kann. Dann zahlt vielleicht das Sozialamt für die Therapie. Das geht auch bei Musik- Therapie und Kunst- Therapie und so etwas.

Wie finde ich die richtige Therapeutin?


Wenn Sie eine Therapie machen wollen, müssen Sie zuerst eine Therapeutin finden, die Ihnen gut gefällt. Das wichtigste an der Therapeutin ist, dass sie ein gutes Gefühl haben. Dass sie ihr vertrauen können.

Wenn Sie bei einer Therapeutin etwas seltsam oder unangenehm finden, reden Sie mit ihr darüber! Vielleicht gibt es einen guten Grund. Oder vielleicht ist die Therapeutin nicht die richtige Therapeutin für Sie.
Können Sie mit der Therapeutin darüber reden? Wird das komische Gefühl vom Reden besser? Wenn nicht, dann ist vielleicht eine andere Therapeutin besser für Sie. Wenn die Therapeutin Sie nicht ernst nimmt, ist das nicht gut.

Das Hessische Koordinationsbüro für behinderte Frauen hat für einige Städte in Hessen eine Liste mit Therapeutinnen zusammengestellt.

Hier steht zum Beispiel drin, zu welcher Therapeutin Sie mit Rollstuhl ohne Stufen herein kommen können. Oder welche Therapeutin Erfahrung in der Arbeit mit Frauen mit Lernschwierigkeiten hat.

Wenn Sie hier klicken, kommen Sie automatisch zu der Liste der Therapeutinnen. Sie wird auch Therapeutinnen-Kartei genannt.

Sie können auch Ihre Krankenkasse fragen. Die Krankenkasse kann Ihnen eine Liste mit Therapeutinnen in Ihrer Nähe schicken. Alle Therapeutinnen auf der Liste werden von der Krankenkasse bezahlt.
Leider muss man oft sehr lange warten, bis eine von diesen Therapeutinnen Zeit hat.

Einige gute Therapeutinnen werden nicht von der Krankenkasse bezahlt.
Manche Frauen wollen trotzdem zu ihnen hin gehen. Sie suchen nach einem Weg, wie die Therapie trotzdem bezahlt werden kann.
Bei diesen Therapeutinnen muss man auch nicht so lange warten, bis man mit der Therapie anfangen kann.

Wenn Sie Telefonnummern von Therapeutinnen haben, rufen Sie dort an und sagen, dass Sie ein Erstgespräch machen wollen.
Ein Erstgespräch ist ein Gespräch zum kennen lernen. Sie können die Therapeutin alles fragen, was Sie über ihre Therapie wissen wollen.

Am besten, Sie gucken sich 2 oder 3 Therapeutinnen an. Danach suchen Sie aus, welche Therapeutin Ihnen am besten gefällt. Vielleicht machen Sie noch mehr Erstgespräche mit anderen Therapeutinnen, bis Sie die richtige Therapeutin gefunden haben.

Manche Therapeutinnen wollen immer mit den Klientinnen reden. Manche Therapeutinnen wollen außerdem malen oder mit Figuren Geschichten erzählen oder Übungen machen. Fragen Sie ihre Therapeutin, was sie machen will. Gefällt Ihnen das?

Wenn Sie sich für eine Therapeutin entschieden haben, dauert es wahrscheinlich noch einige Zeit, bis die Therapie anfangen kann. Weil es zu wenig Therapeutinnen gibt, für die die Krankenkasse bezahlt. Deshalb hat sie nicht gleich Zeit für die ganze Therapie.

Einige Therapeutinnen wollen nicht gerne für behinderte Frauen arbeiten. Manche denken, sie können das nicht gut genug. Weil sie nicht gelernt haben, wie sie für behinderte Frauen arbeiten können. Oder weil sie wenig über behinderte Frauen wissen. Sie trauen sich nicht.
Vielleicht sagt eine Therapeutin zu Ihnen, dass Sie wegen Ihrer Lernschwierigkeiten gar nicht Therapie machen können. Aber das stimmt nicht!
Es ist nicht falsch, behindert zu sein oder Schwierigkeiten zu haben! Die Therapeutin hat nur keine Ahnung, wie sie die Therapie für Sie machen soll. Vielleicht ist sie faul. Sie will nichts Neues kennen lernen.
Suchen Sie eine bessere Therapeutin!

Manchmal ist es nicht leicht, eine gute Therapeutin zu finden. Aber geben Sie nicht auf!

Schlechte Therapeutinnen

Die meisten Therapeutinnen sind gut zu ihren Klientinnen. Aber ein paar machen manchmal schlechte Sachen mit ihnen. Das ist selten. Aber wenn eine Therapeutin oder ein Therapeut schlechte Sachen mit Ihnen macht, können Sie sich dagegen wehren!

Es gibt keine Therapeutin, die Sie immer nett finden. Und Therapie kann manchmal unangenehm sein.

Aber wenn Ihre Therapeutin oder Ihr Therapeut etwas von den Beispielen aus dieser Liste machen, dann ist das wahrscheinlich falsch.

Alle Beispiele gelten genauso für Männer, die Therapeuten sind.

Schlecht ist:

  •     ... wenn die Therapeutin Sie oft nicht ernst nimmt.
  •     ... wenn die Therapeutin häufig viel zu spät kommt oder die Therapiestunden viel zu früh aufhört.
  •     ... wenn sie Ihnen nicht antwortet, wenn sie wissen wollen, warum sie die Therapie so macht, wie sie sie macht.
  •     ...wenn die Therapeutin herumerzählt, was Sie ihr gesagt haben.
  •     ... wenn ihre Therapeutin sagt, dass sie die einzige ist, die Ihnen helfen kann. Dass sie deshalb zu ihr hingehen müssen, auch wenn Sie nicht wollen. Weil Sie sonst verrückt werden würden und es nicht mehr besser wird. Das stimmt nämlich nicht. Eine andere Therapeutin kann Ihnen auch helfen. Wenn Ihre Therapeutin so etwas sagt, ist das Erpressung.
  •     ... wenn die Therapeutin Ihnen verbietet, darüber zu reden, was Sie bei der Therapie machen.

Sehr schlecht ist, wenn ein Therapeut oder eine Therapeutin eine Liebesbeziehung mit einer Klientin anfangen oder mit ihr Sex haben wollen.

Manchmal verliebt sich eine Klientin in ihre Therapeutin. Das ist normal und es ist in Ordnung. Sie muss sich nicht schämen.

Aber: Eine gute Therapeutin soll sich nicht zurück in ihre Klientin verlieben. Sie darf nämlich keine Liebesbeziehung mit ihr haben. Das ist verboten.

Wenn eine Therapeutin sich in ihre Klientin verliebt, kann sie die Therapie nicht weitermachen. Sie muss dafür sorgen, dass die Klientin stattdessen zu einer anderen, guten Therapeutin gehen kann.

Die Therapeutin darf es nicht ausnutzen, dass die Klientin in sie verliebt ist. Sie darf sie nicht überreden, Sachen zu machen, die sie sonst nicht machen würde und die nicht gut für sie sind.

Ihre Therapeutin oder ihr Therapeut dürfen nicht mit ihnen rumknutschen oder sich sexuell streicheln oder beschmusen oder mit Ihnen schlafen wollen! Das ist verboten. Sie dürfen nicht sagen, dass Sie sich ausziehen sollen und Sie dann begucken. Oder Sie vielleicht anfassen an Stellen, an denen Sie das eigentlich nicht möchten. Oder an Stellen, wo man sich nur anfasst, wenn man verliebt ist oder wenn man miteinander schlafen will.

Es gibt noch andere Beispiele, was Therapeutinnen oder Therapeuten falsch machen können. Wenn Sie bei einer Therapeutin etwas seltsam oder unangenehm finden, reden Sie mit ihr darüber! Oder Sie reden mit jemand anderem darüber. Vielleicht gibt es einen guten Grund. Oder vielleicht ist die Therapeutin nicht die richtige Therapeutin für Sie. Können Sie mit der Therapeutin darüber reden? Wird das komische Gefühl vom Reden besser? Wenn nicht, dann ist vielleicht eine andere Therapeutin besser für Sie.

Sie brauchen keine Angst vor der Therapeutin haben!

Wenn sie wirklich schlecht zu Ihnen ist, können Sie sich beschweren. Sie können zu einer besseren Therapeutin hin gehen. Sie kann Sie nicht zwingen.

Nur wenige Therapeutinnen machen schlechte Dinge. Haben Sie keine Angst! Den meisten Therapeutinnen können Sie vertrauen.

Es gibt unterschiedliche Probleme. Wo gibt es die richtige Hilfe?


Für manche Probleme ist eine Therapeutin gut. Für andere Probleme ist eine Beratungsstelle besser. Es gibt verschiedene Beratungsstellen für verschiedene Fragen.

Für Probleme mit der Seele und mit Gefühlen ist die Psychotherapeutin da. Zum Beispiel, wenn Sie oft unglücklich sind oder Angst haben.
Wenn es kleinere Probleme mit der Seele sind, ist eine Lebensberatungsstelle gut. Wenn die Probleme nach ein paar Mal reden wieder besser sind.

Wenn Sie Fragen wegen der Erziehung von Ihren Kindern haben oder wenn es viel Ärger in Ihrer Familie gibt, können Sie zu einer Erziehungsberatungsstelle gehen. Wenn Sie sich mit Ihrem Ehemann, mit Ihrem Partner oder mit Ihrer Partnerin viel streiten, können Sie zusammen zur Paarberatung gehen. Paarberatung gibt es in Erziehungsberatungsstellen oder in Lebensberatungsstellen. Für Frauen-Paare gibt es Paarberatung auch in einigen Frauenberatungsstellen. Lebensberatungsstellen und Erziehungsberatungsstellen finden Sie im Telefonbuch. Entweder unter "Kirchen" oder unter "Stadtverwaltung". Oft ist es die gleiche Beratungsstelle für Lebensberatung und Erziehungsberatung.

Für Schwierigkeiten mit dem Sozialamt ist die Sozialberatung da. Die sagt Ihnen, was Ihr Recht ist und wie Sie sich wehren können. Sozialberatung gibt es entweder in einer Sozialberatungsstelle oder beim Zentrum für Selbstbestimmtes Leben.

Wenn Sie behindert sind und Ihnen die richtige Unterstützung, Pflege oder Assistenz fehlt, können Sie zu einem Zentrum für Selbstbestimmtes Leben gehen. Oder dort anrufen. Dort werden Sie von andern behinderten Menschen gut beraten. Auch, wenn Sie eine behindertengerechte Wohnung suchen, Hilfsmittel brauchen oder Ärger mit der Krankenkasse, dem Sozialamt oder mit anderen Behörden haben.

Vielleicht kommen Sie nicht so gut mit Ihrer Behinderung zurecht? Sie sind unglücklich, dass Sie behindert sind? Darüber können Sie im Zentrum für Selbstbestimmtes Leben reden. Vielleicht haben Sie keine Probleme. Aber Sie wollen sich für die Rechte von behinderten Menschen stark machen? Kommen Sie zum Zentrum für Selbstbestimmtes Leben! Bei ISL können Sie erfahren, wo ein Zentrum für Selbstbestimmtes Leben ist.

Es gibt Beratungsstellen, die nur für Frauen sind. Männer können da nicht rein. Wenn eine Frau von einem Mann vergewaltigt oder belästigt wurde, will sie vielleicht zu einer Beratungsstelle gehen, wo keine Männer sind. Diese Beratungsstellen heißen zum Beispiel "Frauenberatungsstelle" oder "Frauentherapiezentrum" oder "Frauen helfen Frauen". Frauen, die nicht vergewaltigt worden sind, können natürlich auch kommen! Frauenberatungsstellen kennen sich gut damit aus, wie Frauen leben und was für sie anders ist, als für Männer. Deshalb können sie vielen Frauen gut helfen.

In vielen großen Städten gibt es ein Schwulen- und Lesbenzentrum. Dort kann man hin gehen, um andere Lesben, Schwule oder Bisexuelle zu treffen. Bisexuell bedeutet, sich in Männer und in Frauen verlieben können. Sie können Rat bekommen, wenn Sie noch nicht sicher sind, ob Sie sich in Männer oder in Frauen verlieben oder in beide. Oder wenn Sie deshalb blöd angemacht werden oder Ärger zu Hause bekommen.

pro familia ist die richtige Beratungsstelle, wenn Sie Fragen zu Sex, Zärtlichkeit und Liebe haben. Sie können dort auch erfahren, was Sie machen können, damit Sie von Sex keine Kinder bekommen und sich nicht mit Krankheiten anstecken. Sie können lernen, was im Körper passiert und wie man Kinder bekommen kann, wenn man das möchte.

Es gibt Beratungsstellen für Mädchen und Frauen, die sexuell missbraucht worden sind. Wenn Sie wissen wollen, was sexueller Mißbrauch ist, klicken Sie bitte auf die blauen Worte. Diese Beratungsstellen heißen Wildwasser oder Zartbitter. Oder sie heißen noch anders. Zu manchen von den Beratungsstellen können auch Jungen und Männer hin gehen, zu manchen nicht. Stattdessen können die Jungen und Männer dann zu einer Lebensberatungsstelle gehen.

In vielen großen Städten gibt es einen Notruf für vergewaltigte Frauen. Der hat nichts mit dem Notruf von der Polizei zu tun. Dort arbeiten nur Frauen und sie kennen sich gut mit Vergewaltigungen und anderer Gewalt aus. Sie können dort anrufen, wenn Sie vergewaltigt, belästigt oder bedroht wurden und Hilfe wollen. Auch wenn es schon lange her ist. Wahrscheinlich müssen Sie auf einen Anrufbeantworter sprechen oder zu einer bestimmten Uhrzeit noch mal anrufen.

Manche Frauen werden von ihren Männern oder von ihren Eltern geschlagen oder gedemütigt. Das ist nicht in Ordnung. Sie können weglaufen und in ein Frauenhaus gehen. Dort finden sie Schutz. Sie können dort wohnen, bis sie ein anderes, sicheres zu Hause gefunden haben. Auch Kinder können weglaufen. Sie können zu einer Zufluchtstelle oder einem Mädchenhaus gehen. Wenn irgend jemand Ihnen Gewalt antut, zum Beispiel Ihr Partner oder Ihre Partnerin, jemand aus dem Wohnheim, Ihre Eltern oder jemand anders, können Sie ins Frauenhaus kommen! Die Adresse vom Frauenhaus ist geheim. Wenn Sie in Gefahr sind oder gequält werden und weg wollen, rufen Sie das Frauenhaus an! Die Telefonnummer steht im Telefonbuch unter "Frauenhaus".

In manchen Städten gibt es eine Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen. Dort können Sie fragen, welche Selbsthilfegruppen es in der Nähe gibt. Oder wie Sie eine neue Selbsthilfegruppe aufbauen können. Die Informationsstelle NAKOS (Telefon: 030 / 31 01 89 60) kann Ihnen sagen, ob es eine Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen in Ihrer Stadt gibt. Bei NAKOS können Sie auch direkt erfahren, welche Selbsthilfegruppen es in welchen Städten gibt.

Sie müssen mit Problemen nicht alleine fertig werden! Wenn Sie wollen, holen Sie sich Hilfe!

Schwierige Worte:


Klientin
Die Person, die zu einer Therapeutin hin geht, weil sie über ihre Probleme reden und Hilfe bekommen will, nennt man Klientin.

PsychoTherapeutin = Therapeutin
Eine Psychotherapeutin ist eine Frau, die studiert hat, wie sie Menschen helfen kann, die Sorgen haben. Auch Männer können Therapeuten sein.

Psychotherapie = Therapie
Wenn jemand Sorgen hat oder unglücklich ist und zu einer PsychoTherapeutin geht, um darüber zu reden.
Psycho ist ein anderes Wort für die Seele.
Therapie heißt Behandlung.
Psychotherapie ist eine Behandlung für die Seele.

sexueller Mißbrauch
Sexueller Mißbrauch ist, wenn jemand sexuelle Sachen mit einer anderen Person macht, obwohl sie das nicht möchte.

Ein Beispiel:
Ein Vater geht nachts in das Zimmer von seiner Tochter. Er streichelt sie zwischen den Beinen. Vielleicht nimmt er ihre Hand und reibt damit an seinem Penis. Oder er zwingt sie, seinen Penis in den Mund zu nehmen oder reibt ihn an ihrem Bauch. Er benutzt seine Tochter und erregt sich damit sexuell. Das alles darf er nicht machen. Es ist sexueller Mißbrauch.
Er darf der Tochter nicht so weh tun. Vielleicht sagt er, es ist ihre eigene Schuld. Oder dass sie die Sachen selber will. Aber das stimmt nicht.

Erwachsene dürfen keine sexuellen Sachen mit Kindern machen. Mit Mädchen nicht und mit Jungen auch nicht. Das ist verboten. Sowieso darf niemand einen anderen Menschen zwingen, sexuelle Sachen zu machen.

Außerdem darf jeder Mensch selber entscheiden, ob und von wem er angefasst werden will und von wem nicht.

Egal wie alt jemand ist. Auch erwachsene Menschen dürfen nicht dazu gezwungen werden, dass sie sich ausziehen und begucken lassen oder dass sie angefasst oder geküsst werden. Oder dass sie Sexfilme mit jemandem gucken oder dass sie mit jemandem schlafen, wenn sie nicht wollen. Oder dass sie am Busen, an der Scheide, am Penis oder am Po angefasst werden oder dass man ihnen etwas in die Scheide oder in den Po rein tut. Niemand darf Sie unter Druck setzten, damit sie sexuelle Sachen mitmachen, die sie nicht wollen. Sie selber dürfen auch niemanden unter Druck setzten, so etwas zu machen.

Meistens ist die Person, die den sexuellen Mißbrauch macht, älter, stärker oder mächtiger als die Person, der der sexuelle Mißbrauch angetan wird. Manchmal machen der Vater oder die Mutter sexuellen Mißbrauch mit ihren Kindern. Manchmal sind es die Großeltern, der Onkel, die Tante oder Nachbarn. Oder der Meister, die Betreuerin oder andere behinderte Menschen, die in dem gleichen Wohnheim wohnen.

Sexueller Mißbrauch verletzt Menschen.

Wenn jemand etwas Sexuelles mit Ihnen machen will, das Sie nicht möchten, dürfen Sie "Nein" sagen! Sie dürfen sich wehren! Niemand hat das Recht, Sie zu zwingen! Sie sind nicht selbst Schuld! Erzählen Sie es weiter und holen Sie sich Hilfe!

Wenn jemand sexuellen Mißbrauch mit Ihnen gemacht hat, ist es eine sehr gute Idee, dass Sie zu einer Therapeutin gehen. Sie können auch zu einer Beratungsstelle gegen sexuellen Mißbrauch gehen oder zu einer Selbsthilfegruppe.

Termin
Wenn sich die Klientin und ihre Therapeutin treffen, nennt man ihre gemeinsame Zeit einen Termin. Ein Termin dauert 50 Minuten. Man kann auch Therapiestunde dazu sagen.

Über die Autorin und die Herausgeberin

Kassandra Ruhmist Diplom-Psychologin. Das ist so etwas Ähnliches wie
Psychotherapeutin. Kassandra Ruhm hat diesen Artikel
geschrieben. Sie hat im Frauentherapiezentrum Bremen
gearbeitet. Dort sind viele Klientinnen zu ihr gekommen, die
behindert sind oder Lernschwierigkeiten haben. Sie ist selber
auch behindert.
Sie hat vielen Menschen Vorträge über Frauen mit Behinderung
gehalten. Denn da kennt sie sich gut aus.
Kassandra Ruhm hat 3 Fotoausstellungen gemacht. Eine ist
über ausländische und deutsche Frauen, die zusammen im
selben Stadtteil wohnen. Eine andere Ausstellung ist über
Frauen und Mädchen, die schreien. Die 3. Ausstellung ist über
Frauen und Lesben mit Behinderung. Sie heißt "Lieber lebendig
als normal". Die beiden letzten Ausstellungen kann man
ausleihen oder im Internet angucken.
www.kassandra-ruhm.de
Kassandra Ruhm wohnt in Bremen, weil sie Bremen toll findet.